Feuer

Sonne, du Feuerball im All,
du Spender des Lebens, des Lichts und der Wärme.
Sanft hüllst du mich ein,
vermittelst mir ein wohliges Gefühl.
Komm ich dir zu nahe, wirst du mich blenden,
ich werde verbrennen, verdunsten, verglühn.
Doch wenn deine Strahlung erlischt,
hört der Fluss auf zu fliessen.
Ohne dich werde ich vergehn.

Blitz, du Feuer des Himmels,
erscheinst mit Donner und Gebrüll.
Steckst Wälder und Häuser in Brand,
verbreitest Schrecken und Angst.
Trotzdem, ich liebe die Gewitter.
Ich fühle die Spannungen, die Kräfte,
die alle Sinne in mir wecken.
Ich geniesse die Farben, die Zeichen am Himmel,
den Geruch, den Geschmack und den Lärm.

Magma, du Feuer der Erde,
sprengst die Kruste mit Gewalt.
Lässt feurige Flüsse fliessen,
speist glühende Masse
mit voller Kraft durch die Luft,
lässt kahles Land und Entsetzen zurück.
Vulkane, welch prächtiges Schauspiel bietet ihr !
Ihr scheint alles zu verschlingen, zu vernichten,
doch reicher noch wird die Erde nach euch erblühn.

Leben, du Feuer in mir,
du bist wie das Feuer des Alls, des Himmels und der Erde.
Feuer, ich danke dir !

Ich bin ein Teil der Schöpfung.

Als Geschenk empfange ich das Leben,
mit einem Freudenfeuer danke ich dafür.
Feierlich möchte ich den Augenblick erleben,
wenn ich wieder geh.

Leben heisst Bewegung.
Stillstand ist mir unbekannt.
Manchmal möchte ich den Prozess beschleunigen,
manchmal kräftig auf die Bremsen stehn.
Es gibt Momente, da möchte ich das Feuer löschen,
der Wunsch verflüchtigt sich wie Rauch.

Vertrauen in den Schöpfer gibt mir Kraft.